Increschant├╝m
  [nicht mehr im Kino - Release: 11. Januar 2001]
   
 

Heimweh • ┬źEr war blind, er war kleinw├╝chsig, aber er hatte ein ├╝bergrosses Ohr. Fr├Ąnzli nannte man ihn, sein richtiger Name war Franz Josef Waser. Seine Familie, jenisch von Herkunft und musikantisch aus Berufung, hatte sich im Unterengadiner Weiler Chaflur bei Tschlin niedergelassen, sein Geigenspiel jedoch war ber├╝hmt von Mailand bis nach Innsbruck. Fr├Ąnzli besass das absolute Geh├Âr und die besondere Gabe des wandernden Musikanten, das unterwegs Geh├Ârte sofort nachzuspielen. In seinem Repertoire vermengten sich die Tanzweisen der weiten Welt, die Polkas, Mazurkas und Walzer, mit den wehm├╝tigen Melodien des Engadins. Als der Virtuose 1895, erst 37j├Ąhrig, verstarb, f├╝hrten die Wasers die Familientradition fort. Bis in die Zwischenkriegszeit hinein geh├Ârte die ┬źFr├Ąnzlimusik┬╗ zum Festkalender des Engadins und der benachbarten Regionen.

Anfang der 80er-Jahre begannen die drei Tschliner Br├╝der Domenic, Duri und Curdin Janett die alten Engadiner T├Ąnze systematisch aufzuarbeiten; ihr Quintett, zusammen mit Men Steiner und Flurin Caviezel gegr├╝ndet, ist nach den famosen Vorfahren getauft.

Obwohl die Gruppe am urspr├╝nglichen Instrumentarium festh├Ąlt - Violine, Viola und Kontrabass, Klarinette und Cornett -, beschr├Ąnkt sie sich nicht darauf, die Fundst├╝cke einfach nachzuspielen, die neuen Fr├Ąnzlis bearbeiten verwandte Volksweisen und schreiben neue Kompositionen nach altem Muster. Und ganz nach ihren Vorbildern reichern sie das Repertoire laufend mit jenen Stilen an, die sie unterwegs, quasi durch die Jahrzehnte reisend, antreffen: impressionistische Klassik, Swing, italienische Filmmusik, Balkanmotive.┬╗ Benedetto Vigne, z├╝ritipp


© 2017 Frenetic Films

VERLEIH: Frenetic Films

 

REGIE:
Stefan Haupt
KAMERA:
Hans Sch├╝rmann
SCHNITT:
Myriam Flury

LAND:
Schweiz
JAHR: 2001
LÄNGE: 70min